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Weihnachten vor einem Jahr… – Reisetagebuch

Während ich diese Zeilen hier tippe, haben wir in der Kleinstadt in der ich lebe gerade einmal 1°C, ein paar Schneeflocken, ansonsten trübe graue Landschaft. Ich werfe ein Blick auf mein Handy. Keine neue Nachricht. Irgendwie scheint heute alles etwas eingefroren zu sein. Ich checke das Wetter, für die nächsten Tage sieht es leider ähnlich aus. Eisige Temperaturen und dazu sogar noch Regen. So sitze ich da, lege das Handy wieder weg, schaue den Schneeflocken durchs Fenster beim Fallen zu.
Und gerade als ich anfange zu frösteln, schwebt mir eine warme Erinnerung ins Gedächtnis. Vor einem Jahr, da sah die Weihnachtszeit bei mir ganz anders aus. Kein Schnee, sondern Sand. Bikini anstelle der Winterjacke. Weihnachten am anderen Ende der Welt. Trotzdem freue ich mich dieses Jahr auch wahnsinnig darüber, die Weihnachtszeit zwar im kalten Deutschland, dafür aber zusammen mit Freunden und Familie verbringen zu können.
Mit allen denen es wie mir geht, möchte ich heute zumindest gedanklich in die Wärme reisen. Ab in den Flieger! In Gedanken schwelgen und los geht’s!

Fast zwei Wochen war es her, dass ich zusammen mit einer Freundin auf den Fiji-Inseln gelandet bin. Zwei Wochen wunderschönstes Panorama. Man gewöhnte sich schon fast an die Aussicht, an den Strand und die gute Laune. Doch es sollte noch schöner, noch atemberaubender werden, und zwar beim Island Hoping.
Zunächst waren wir etwas skeptisch. Zehn Tage von einer kleinen Insel zur nächsten, übernachten und essen in familiären Unterkünften, die schönsten Strände der Welt. Das hat seinen Preis, das Budget eines Backpackers: begrenzt, und schließlich waren wir ja noch am Anfang unserer Reise. Letztendlich entschlossen wir uns doch dazu zu buchen. Geld macht auch nicht glücklich! Und wir wollten ja was erleben.Texte

Ein paar Tage später holte uns ein Bus ab, nichts wie los auf die Fähre, dann die nächsten Stunden nichts als strahlendes Blau. Ein kribbliges Gefühl im Bauch, weil das zu Hause so weit weg ist, der Ozean so groß. „Gestrandet im Paradies“, mit den Worten habe ich die Impressionen der ersten zwei Tage in meinem Tagebuch festgehalten. Doch spulen wir zum dritten Tag vor, heute möchte ich von unserem Aufenthalt auf der zweiten von insgesamt fünf Inseln berichten.
Wir waren wieder auf der Fähre. Noch immer so aufgeregt wie beim ersten Mal. Was würde uns wohl dieses Mal erwarten? Schon wieder kein Empfang oder schaffe ich es wohl mal eine Nachricht nach Hause zu verschicken? Einige Minuten später, tauchten einige neue Inseln in unserem Blickfeld auf. Die Fähre hielt, und wir stiegen mitsamt Hab und Gut auf ein kleineres Motorboot. Das Panorama was sich vor unseren Augen auftat war so eindrucksvoll, dass ich kaum einen Gedanken an unser recht klappriges Fortbewegungsmittel verschwenden konnte. Überall klares türkises Wasser.
Empfangen wurden wir von singenden Menschen begleitet von Gitarren. Auf der Insel fühlte man sich auf eine Art und Weise direkt zu Hause. Empfangen mit einem Lächeln. Wir richteten uns in eine der kleinen Hütten ein. Dann ging es ab an den Strand, in das Wasser, die Einwohner und Reisenden kennenlernen. Das Heimweh für einen Moment komplett vergessen.

Sie wollte da raus, die Welt sehen.
Selber Geschichten schreiben, nicht nur vorgelesen bekommen.
Sommer jeden Tag.
Alle freundlich, alle froh, immer.
Doch sie, sie wollte da raus die Welt sehen.
Das war das, was sie kannte, was sie lebte, aber nicht was sie brauchte.
Sie wollte die Welt entdecken. Da raus gehen.

Manchmal braucht es nur ein paar offene Menschen, neue Geschichten und schon kommt die Welt zu ihr.
Wie ein Flickenteppich, jeden Tag ein neues Stück.
Das reicht ihr für den Anfang.
Eine kleine Welt, ihre Welt.

Den Text habe ich über eine junge Frau geschrieben, mit der wir uns während unseres Aufenthaltes angefreundet haben. Den größten Teil des Jahres lebt und arbeitet sie auf der Insel, in den restlichen Monaten besucht sie ihre Familie auf einer anderen Insel ein paar Stunden entfernt. Es ist so interessant Menschen aus anderen Kulturen kennenzulernen, mit ihnen zu reden und zu lachen. Ihre Lebensfreude und offene Art ist mir bis heute in Erinnerung geblieben.

Ich bin so unglaublich dankbar für zwei wunderschöne Tage, die wir am White Sandy Beach verbringen konnten. Alle Eindrücke konnte ich mit meiner Kamera und leider auch mit meinen Worten nicht richtig festhalten. Aber ich denke zurück an Abende mit Lagerfeuer am Strand, tagsüber zusammen mit allen ein paar Wörter in Fiji, mehr über Heilmittel aus der Natur erfahren, in der Hängematte am Strand liegen, oder mit dem Schnorchel bunte Fische und Korallenriffe zu beobachten.

Falls ihr noch mehr über meine Abenteuer auf den Fiji-Inseln lesen wollt, schaut doch mal hier vorbei: No hurry, no worrie, I’m on Fiji-time.

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